Ein Samstag, der es in sich hatte, geht weiter. Nach dem Bikepark Winnenden war erst mal Akkuladen angesagt. Bei der Kamera. Bei Fränky. Beides nötig.
Metal? Erst mal Schlossplatz
Danach noch einmal Ausrüstung checken und los. Aber nicht direkt in die Krypta, sondern erst an den Schlossplatz: Die Hellraisers waren mal wieder live. Echt fleißige Truppe. Wenn ich wegen denen irgendwann eine neue Festplatte brauche, schick ich ihnen die Rechnung. :)
Ich war nur ein paar Minuten da, aber Fotoausrüstung schleppt man ja nicht aus Langeweile mit sich herum. Ein Bild, das mir sehr gefällt, ist dabei auch rausgekommen:
Ab in den Keller
Dann ab in den Stauferpark. In diesem Blog steckt also sehr viel Schweiß – in dem Fall vom Fahrradfahren. :) Ziel: die Chapel. Da bin ich gern bei Konzerten, heute ging es aber einen Stock tiefer: in die Krypta im Keller. Fotografisch komplettes Neuland. Ich war gespannt auf Licht, Platz und die Frage, wie man sich dort überhaupt bewegt, ohne ständig jemandem auf den Schuhen zu stehen. Wie sich später herausstellte, war das Licht nicht mal das größte Problem.
Metal in der Krypta war angesagt, und ich habe mich da einfach mal eingeladen. Danke, dass ich da sein durfte! Die Krypta ist klein, warm und für eine Kamera ungefähr so entspannt wie ein Schleudergang in der Waschmaschine. Also: perfekt.
Warm werden, ohne sich zu bewegen
Memories Of Pain haben den Abend eröffnet. Publikum und ich waren sehr schnell warm mit ihnen. Die Krypta auch. Der Wie-viel-bleifreies-Bier-kann-man-ausschwitzen?
-Counter stand an dem Tag vermutlich ohnehin schon im zweistelligen Bereich. :-D
Die Krypta ist ohnehin nicht der größte Ort. Und plötzlich hatte ich auch noch Kollegen: einen anderen Fotografen und einen Videografen. Gerade das Filmen war für mich eine zusätzliche Denksportaufgabe, weil ich nicht aus Versehen fünfmal in diesem Video auftauchen wollte. Der Gimbal war außerdem so faszinierend, dass ich mich kurz daran erinnern musste, warum ich eigentlich hier war. Nerd halt. :-P
Wir haben uns später noch kurz unterhalten. Meine klare Anweisung: Wenn ich im Weg bin, schiebt mich einfach zur Seite. Sollte bei meiner Statur ja machbar sein. :)
Tales, Schminke und ein sehr beleidigter Autofokus
Danach kamen Menschen mit sehr viel Schminke im Gesicht auf die Bühne. Waren mir vorher schon aufgefallen, und ich habe vor allem überlegt, was die da benutzen, damit das nicht nach zwei Songs runterläuft. Tales of Valor haben dann geliefert: sehr geiler Auftritt, optisch wie akustisch. Meine Kamera und ich waren sofort Fans.
Nur der Autofokus hatte eine Beschwerde: Vor lauter Gesichtsbemalung erkannte er die Gesichter nicht immer als Gesichter. :D Mini-Problem, mit ein bisschen Nachdenken leicht in den Griff zu bekommen. Dafür ging der Auslöser in den Großeinsatz und ich hatte später viel zu viele tolle Bilder. Aussehen der Band, Gestik, Mimik, Bewegung: Leckerbissen für Fotografen. Die gucke ich mir sehr gern wieder an – und wenn die Kamera mit darf, freut die sich auch. Kleiner Inside Joke für genau eine Person: Mikrofonständer!!! *grummel* :-D
Der Typ mit dem Schottenrock
Danach kam der Typ mit dem Schottenrock auf die Bühne. Der war bei den anderen Bands schon im Publikum und ist mir deshalb direkt ins Auge gestochen. Eins meiner liebsten Kleidungsstücke auf heißen Festivals! ;-) Tales of a Sleeping Giant hatten Growls und Melodien, Optik zwischen Valhalla und Kaffeekränzchen, schnell, langsam, leise, laut. Da war alles dabei. I like!
Besonders sympathisch: Sie hatten selbstgebrannte CDs dabei. Bei Fränky marschierte kurz ein emotionaler Buffer Underrun ein. Selbstgebrannte CDs! Ich bin offenbar genau so alt, dass mich das gleichzeitig glücklich und leicht sentimental macht. :-D
Fototechnisch war das eine Mischung aus den ersten beiden Bands: Optik, Bewegung und Co. wie bei Tales of Valor – wer lädt eigentlich zwei Bands mit Tales im Namen ein? Nur um mich zu verwirren? :-P – und der Videograf war wieder aktiv. Langsam merkte ich dann aber auch, wie lang der Tag schon war, und fuhr den Einsatz ein bisschen zurück. Bilder gab es trotzdem genug. Und die Ohren haben sich ebenfalls gefreut.
Stahlmagen zum Endspurt
Müde und mit Schmerzen an diversen Stellen vom vielen Fotografenyoga hat mich dann Stahlmagen überrollt. Keine Sekunde ohne Action: proppenvolle Bühne, Gezappel, Gehüpfe, Grimassen. Bei denen hat man das Gefühl, jede Sekunde ohne Finger auf dem Auslöser könnte genau die eine verpasste Szene sein.
Das Publikum setzte auch noch zum Endspurt an. Die Kamera zeigte hier ohnehin oft in Richtung Publikum, denn der Bassist war gefühlt mehr vor als auf der Bühne. :-D Der Frontmann ließ sich das ebenfalls nicht nehmen. So kamen ein paar Bilder zustande, die man nicht alle Tage schießt. Fazit: Fränky kaputt, aber glücklich. Ich bereue nichts. :-P
Live edit zwischen zwei Bands
Eine Sache gibt es noch zu erzählen: Das Live-Projekt, das ich beim Football schon ausprobiert hatte, durfte hier wieder ran. Foto von der Kamera aufs Handy, Server zieht es sich, macht eine zufällige Bearbeitung und schiebt es wieder aufs Handy. Das konnte ich zwischen den Bands bei einer Zigarette wunderbar nutzen, um die Insta-Story zu füttern. Klappt ganz gut, finde ich:
Als Nächstes geht es aufs Party.San und aufs Summer Breeze – ohne Kamera. Ich werde sie wahrscheinlich vermissen. Danach kann ich mich aber sicher irgendwo wieder einschnorren, um mit Hitze, Licht und viel zu vollen Speicherkarten zu kämpfen.